Die BKW (Bernische Kraftwerke) ist der grösste Energieversorger im Kanton Bern und spielt eine zentrale Rolle für alle Solaranlagen-Besitzer. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die aktuellen Rückspeisevergütungen, die verschiedenen Vergütungsmodelle und wie Sie Ihre Einspeisevergütung optimieren können.
⚡ Aktuelle BKW-Tarife für Solarstrom 2026
Die BKW vergütet eingespeisten Solarstrom aktuell mit folgenden Tarifen:
- Basistarif: einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU) für den reinen Energieanteil
- Herkunftsnachweis (HKN): Zusätzlich einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU) für den ökologischen Mehrwert
- Gesamtvergütung: einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU) je nach Produkt und Anlagengrösse
Diese Tarife gelten für Anlagen im BKW-Netzgebiet, das den Grossteil des Kantons Bern abdeckt. Für die Stadt Bern selbst ist Energie Wasser Bern (ewb) zuständig – dort gelten eigene Tarife.
Die BKW passt ihre Rückspeisevergütung jährlich an, basierend auf den Marktpreisen am Spotmarkt. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Tarife 2026 stabil geblieben, was die langfristige Planungssicherheit erhöht.
📋 Vergütungsmodelle der BKW
Die BKW bietet verschiedene Vergütungsmodelle an, die sich an unterschiedliche Bedürfnisse richten:
Modell 1: Standardvergütung
Die Standardvergütung ist das einfachste Modell. Sie erhalten einen festen Tarif pro eingespeiste Kilowattstunde, der vierteljährlich abgerechnet wird. Dieses Modell eignet sich für Anlagenbesitzer, die eine unkomplizierte Lösung bevorzugen.
Modell 2: Solarstromkonto
Das BKW Solarstromkonto ist ein innovatives Modell, bei dem überschüssiger Solarstrom auf einem virtuellen Konto gutgeschrieben wird. In Monaten mit geringer Produktion (Winter) können Sie dieses Guthaben wieder abrufen. Damit wird die saisonale Schwankung ausgeglichen – eine Art «Solarstrom-Sparkonto».
Modell 3: Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)
Bei einem ZEV wird der Solarstrom direkt an Mieter oder Nachbarn verkauft. Die BKW unterstützt ZEV-Modelle mit speziellen Abrechnungslösungen und Smart-Metering-Infrastruktur. Der Vorteil: Sie erhalten für den lokal verkauften Strom deutlich mehr als die Einspeisevergütung.
🔧 So optimieren Sie Ihre BKW-Vergütung
Mit folgenden Strategien holen Sie das Maximum aus Ihrer Rückspeisevergütung:
- Eigenverbrauch maximieren: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, spart Ihnen den vollen Stromtarif (einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU)) – das ist zwei- bis dreimal mehr als die Einspeisevergütung.
- Batteriespeicher installieren: Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil von typischerweise 30% auf 60–80%. Das bedeutet deutlich weniger Einspeisung zu niedrigen Tarifen.
- Smart-Home-Integration: Steuern Sie Waschmaschine, Geschirrspüler und Wärmepumpe so, dass sie bei Sonnenschein laufen. Moderne Energiemanagementsysteme erledigen das automatisch.
- E-Auto laden: Falls Sie ein Elektroauto besitzen, laden Sie es tagsüber mit eigenem Solarstrom. Das spart im Vergleich zum Nachtladen deutlich.
- HKN verkaufen: Vergessen Sie nicht, Ihre Herkunftsnachweise (HKN) zu vermarkten – sie bringen zusätzlich einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU).
📈 BKW Smart-Grid und Zukunft
Die BKW investiert massiv in die Modernisierung ihres Stromnetzes. Bis Ende 2027 sollen flächendeckend Smart Meter installiert sein, die eine dynamische Vergütung ermöglichen. Das bedeutet: In Zukunft könnte die Einspeisevergütung je nach Tageszeit und Netzauslastung variieren – ein Vorteil für Anlagen mit Speicher, die den Einspeisezeitpunkt optimieren können.
Zudem baut die BKW ihr Angebot an bidirektionalen Ladelösungen aus. In naher Zukunft könnte Ihr Elektroauto als zusätzlicher Speicher dienen und zu Spitzenzeiten Strom ins Netz zurückspeisen – natürlich zu besseren Tarifen als die normale Rückspeisevergütung.
💰 Vergleich: Eigenverbrauch vs. Einspeisung
Die Rechnung ist einfach: Eigenverbrauch ist immer lukrativer als Einspeisung.
- Eigenverbrauch: Sie sparen den vollen Stromtarif einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU) (BKW-Tarif 2026)
- Einspeisung: Sie erhalten einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU) Vergütung
- Differenz: einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU) – das entspricht dem Wert eines Batteriespeichers
Mit einem 10-kWh-Batteriespeicher und optimiertem Eigenverbrauch können Sie jährlich rund CHF 500–800 mehr sparen als ohne Speicher. Die kantonale Batterieförderung von einer Einmalvergütung gemäss Pronovo-Konditionen macht den Speicher zusätzlich attraktiv.
🌐 BKW-Netzgebiet im Kanton Bern
Das BKW-Netzgebiet umfasst den Grossteil des Kantons Bern, darunter die Regionen Berner Oberland, Emmental, Seeland und Teile des Bernischen Mittellands. Ausgenommen sind die Stadt Bern (ewb), einzelne Gemeinden mit eigenen Werken sowie das Berner Jura (BKW-Tochter Onyx Energie).
Falls Sie unsicher sind, welcher Netzbetreiber für Ihren Standort zuständig ist, hilft ein Blick auf Ihre Stromrechnung oder eine Anfrage bei Ihrer Gemeinde. Die Vergütungsmodelle der verschiedenen Netzbetreiber im Kanton Bern sind vergleichbar, die Details unterscheiden sich jedoch im Einzelnen.
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Schweizer Förderprogramme im Überblick
In der Schweiz profitieren Eigenheimbesitzer von attraktiven Förderprogrammen für Solaranlagen. Die Einmalvergütung (EIV) des Bundes deckt bis zu 30 % der Investitionskosten. Zusätzlich bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Zuschüsse an. In Zürich beispielsweise gibt es kantonale Zusatzförderungen von bis zu CHF 3’000, während Bern einen Bonus für Fassadenanlagen gewährt. Wichtig: Die Förderanträge müssen vor Baubeginn eingereicht werden. Ihr Solarinstallateur übernimmt in der Regel die gesamte Administration. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 3–6 Monate. Zusätzlich können Sie die Investitionskosten vollständig von der Einkommenssteuer abziehen – das spart je nach Steuersatz nochmals 20–35 % der Nettokosten.
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Solarstrom und Elektromobilität
Die Kombination von Solaranlage und Elektroauto ist besonders attraktiv. Ein E-Auto verbraucht rund 15–20 kWh pro 100 km – bei 15’000 km Jähresfahrleistung sind das etwa 2’500 kWh. Mit einer 10-kWp-Anlage produzieren Sie in der Schweiz jährlich rund 10’000 kWh – mehr als genug für Haushalt und Auto. Wer sein E-Auto tagsüber zu Hause laden kann, nutzt den Solarstrom direkt und spart die teuren öffentlichen Ladetarife. Eine smarte Wallbox mit Solarstrom-Optimierung lädt das Auto bevorzugt dann, wenn die Sonne scheint. So fahren Sie praktisch gratis – und CO₂-neutral. Die Investition in eine Wallbox liegt bei CHF 1’500–3’000 inklusive Installation.
Solaranlage für Mieter und Stockwerkeigentümer
Auch ohne eigenes Dach können Sie von Solarstrom profitieren. Das Modell der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ermöglicht es Mietern und Stockwerkeigentümern, gemeinsam eine Solaranlage zu betreiben und den Strom untereinander aufzuteilen. Der Vermieter oder die Stockwerkeigentümergemeinschaft installiert die Anlage, und die Kosten werden fair auf alle Parteien verteilt. Seit der Revision des Energiegesetzes sind die rechtlichen Rahmenbedingungen klar geregelt. Der Solarstrom wird direkt an die Bewohner verkauft – günstiger als der normale Netzstrom. Alternativ gibt es Stecker-Solaranlagen für den Balkon: Mit 300–800 Watt Leistung produzieren sie genug Strom für Kühlschrank und Grundlast – ganz ohne Dachmontage.
Technologie und Modultypen
Moderne Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von 20–22 % und sind deutlich leistungsfähiger als frühere Generationen. Die gängigsten Typen sind monokristalline Module – sie bieten die beste Flächeneffizienz und eignen sich ideal für Schweizer Dächer mit begrenztem Platz. Ganzschwarze Module (Full Black) sind besonders beliebt, da sie ästhetisch ansprechend sind und sich harmonisch ins Dachbild fügen. Bifaziale Module nutzen zusätzlich das reflektierte Licht der Rückseite und liefern bis zu 10 % Mehrertrag. Die Module sind auf mindestens 25 Jahre Leistung garantiert und verlieren pro Jahr nur etwa 0,3–0,5 % ihrer Kapazität. Die Wechselrichter – das Herzstück jeder Anlage – wandeln den Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um.